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»LRS-Merkmale

Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche zeigt sich in der Regel deutlich zwischen dem zweiten und vierten Schuljahr. Es treten erhebliche Schwierigkeiten auf beim Lesen und/oder bei der Rechtschreibung. Durch Üben ist kaum Besserung zu erzielen. Ihr Kind bekommt schlechte Noten in Deutsch (besonders bei Rechtschreibung in Diktaten), hat jedoch häufig bessere Leistungen in anderen Schulfächern. Zur Legasthenie gehören häufig allgemeine visuelle und/oder akustische Wahrnehmungsstörungen, visuelle Aufmerksamkeitsprobleme, Rhythmusstörungen und Probleme der Grob- und Feinmotorik. Diese können bereits im Vorschulalter beobachtet werden, dürfen aber nicht mit Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität verwechselt werden, die später auch oft mit Legasthenie einhergehen.

Typische Merkmale einer Legasthenie sind ...

... beim Lesen:

  • langsames bzw. mühsames Erlesen von Wörtern,
  • Probleme beim Verschleifen von Einzellauten zu Lautfolgen,
  • zahlreiche Selbstkorrekturen,
  • unbemerktes Lesen falscher Wörter,
  • silbenweises Lesen von Wörtern,
  • Worte oder Wortteile übersprungen,
  • wortweises Lesen von Sätzen und Texten,
  • häufiges Verrutschen in der Zeile,
  • mangelnde Sinnentnahme beim Lesen.

... beim Schreiben:

  • Zahlreiche Rechtschreibfehler (auch beim Abschreiben oder geübten Texten),
  • lautgetreue Verschriftung des Gehörten (z.B. "färtich" statt "fertig",
  • fehlende Verdopplung von Konsonanten (z.B. "könen" statt "können"),
  • Verwechslung gestaltähnlicher Buchstaben (z.B.: "dlau" oder „plau“ statt "blau", „ain“ statt “ein“),
  • Verwechslung von Buchstaben, die ähnliche Laute repräsentieren (z.B.: "krün" statt "grün"),
  • Auslassung von Buchstaben, so daß sich die Klanggestalt des Wortes ändert (z.B.: "Apfe" statt "Apfel"),
  • Auslassung von ganzen Wörtern und längeren Wortteilen (z.B.: "Fernseh" statt "Fernsehzeitung"),
  • Vertauschung der Buchstabenreihenfolge (z.B.: "Fabirk" statt "Fabrik"),
  • Häufige Fehler bei der Wortdurchgliederung (z.B.: "Bager" statt "Bagger"),
  • Schreibhemmung.

... in der gesprochene Sprache:

  • Verwaschene Artikulation,
  • stockendes Sprechen,
  • Wortschatzarmut,
  • Wortfindungsstörungen („Wie heißt es denn ...?“),
  • häufige Bildung von grammatisch bzw. syntaktisch falschen Ausdrücken.

... in der Merkfähigkeit:

  • in der Merkfähigkeit:
  • geringe visuelle Merkfähigkeit (z.B. beim Einprägen von neuen Wortbildern).

... in der Motorik:

  • Allgemeine Ungeschicktheit,
  • verkrampfte Schreibhaltung,
  • undeutliches Schriftbild,
  • langsames Schreiben.

... Verhaltensauffälligkeiten wie:

  • Konzentrationsschwäche,
  • Schulangst,
  • aggressive Ausbrüche,
  • spielt den 'Klassenclown',
  • Hyperaktivität,
  • andere psychosomatische Störungen.

Wird eine Legasthenie nicht rechtzeitig erkannt und das Kind nicht gezielt gefördert, verlieren viele Kinder den Spaß am Lernen, es treten Verhaltensstörungen auf, die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder kann behindert werden. Diese Folgeerscheinungen werden häufig mit Ursachen der Legasthenie verwechselt.

Wichtig: Eine gründliche fachärztliche Voruntersuchung
Auch schlechtes Sehen und/oder schlechtes Hören können zu Lese-Rechtschreibschwierigkeiten führen. Daher müssen diese unbedingt vor einer Legasthenie-Diagnose fachärztlich untersucht und ggf. korrigiert worden sein.

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